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Wirtschaftsprüfer; Bestellung - BayernPortal

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Wirtschaftsprüfer; Bestellung

Um den Beruf des Wirtschaftsprüfers ausüben zu dürfen, muss sich ein Bewerber von der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) als Wirtschaftsprüfer bestellen lassen. Hierzu muss er vor der WPK den Berufseid ablegen. Danach wird ihm die Bestellungsurkunde ausgehändigt.

Beschreibung

Die Bestellung erfolgt nur auf Antrag.

Der Antrag ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, auf welche die Vorschriften über zivilrechtl. Willenserklärungen gem. § 130 Abs. 3 BGB Anwendung finden. Der Antrag kann mithin bis zu seinem Zugang bei der WPK widerrufen, danach wegen seiner verfahrensrechtl. Bedeutung bis zur Bestellung zurückgenommen werden.

Der Antrag auf Bestellung ist nicht formgebunden. Die Durchführung des Bestellungsverfahrens obliegt der Landesgeschäftsstelle, in deren Zuständigkeitsbereich der Antragsteller seine berufliche Niederlassung zu begründen beabsichtigt. Es empfiehlt sich, den Antrag unmittelbar an die entspr. Landesgeschäftsstelle zu richten.

Der Antrag auf Bestellung ist nicht fristgebunden. Geht der Antrag auf Bestellung jedoch nicht innerhalb v. fünf Jahren nach bestandener Prüfung bei der WPK ein, begründet die bestandene Prüfung nicht mehr die Vermutung, der für die Bestellung erforderlichen fachlichen Eignung. Die WPK ist vielmehr verpflichtet zu prüfen, ob die pflichtgem. Ausübung des Berufes gewährleistet erscheint.

Stellt der Bewerber seinen Antrag auf Bestellung innerhalb v. fünf Jahren nach bestandenem WP-Examen, so geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Bewerber über die nach § 1 Abs. 1 Satz 2 WPO für die Bestellung erforderliche fachliche Eignung verfügt. Die Prüfung des Antrages beschränkt sich daher auf das Vorliegen v. Versagungsgründen nach § 16 WPO.

Wird der Antrag auf Bestellung nicht innerhalb v. fünf Jahren nach bestandenem WP-Examen gestellt, begründet die bestandene Prüfung nicht mehr die Vermutung der erforderlichen fachlichen Eignung. Der Verweis in Satz 4 auf § 23 Abs. 2 verpflichtet die WPK vielmehr vor der Bestellung zu der Feststellung, dass die pflichtgem. Ausübung des Berufes gewährleistet erscheint. Hierfür kann sie die Wiederholung der Prüfung o. v. Teilen derselben anordnen. Das Vorliegen von Bestellungshindernissen ist in jedem Fall zu prüfen.

Das WP-Examen ist nach § 18 WiPrPrüfV mit der Bekanntgabe der positiven Entscheidung der Prüfungskommission an den Kandidaten im Anschluss an die mündliche Prüfung bestanden. Damit beginnt der Fristlauf nach § 15 Satz 4 WPO.

Die Bestellung erfolgt durch Aushändigung einer v. der WPK ausgestellten Urkunde an den Bewerber. Aushändigung bedeutet nach dem Wortsinn die Übergabe der Urkunde v. Hand zu Hand. Rechtlich maßgeblich ist dabei aber allein die willentliche Übertragung des Besitzes an der Urkunde. Eine entwendete o. dem Empfänger ohne o. gegen seinen Willen aufgedrängte Bestellungsurkunde ist nicht ausgehändigt. Solange die Bestellungsurkunde dem Bewerber nicht ausgehändigt ist, kann der Bestellungsvorgang wenn nötig angehalten u. rückgängig gemacht werden.

Die Bestellungsurkunde verkörpert den formalen rechtsgestaltenden VA der öffentl. Bestellung. Die Aushändigung der Urkunde ist konstitutives, d.h. rechtsbegründendes Element der Bestellung. Ohne die Aushändigung der Urkunde ist keine Bestellung erfolgt. Erst u. nur durch die Aushändigung der Urkunde wird der Bewerber unabhängig v. Vorliegen der Bestellungsvoraussetzungen o. v. Bestellungshindernissen zum WP. Werden nachträglich Tatsachen bekannt, bei deren Kenntnis die Bestellung hätte versagt werden müssen, so ist die Bestellung nach § 20 Abs. 1 WPO mit Wirkung für die Zukunft, andernfalls nach § 48 VwVfG zurückzunehmen.

Mit der Entgegennahme der Bestellungsurkunde stimmt der Bewerber seiner Bestellung zu. Damit treten die Rechtsfolgen der Bestellung ein. Der Bewerber wird Berufsangehöriger. Er erwirbt die Mitgliedschaft in der WPK, das Recht den Beruf auszuüben, hat die Pflicht zur Führung der Berufsbezeichnung u. unterwirft sich gleichzeitig der Aufsicht durch die WPK u. sämtlichen Regularien des Berufes.

Voraussetzungen

Es muss der beigefügte Antrag ausgefüllt und die vorgedruckte Erklärung unterschrieben werden. Außerdem ist das ebenfalls beigefügte Formular zur Erfassung des Ureintrags in das Berufsregister der WPK auszufüllen.
Für den Fall der selbständigen Berufsausübung muss der Nachweis des Bestehens einer Berufshaftpflichtversicherung erbracht werden. Für den Fall der unselbständigen Berufsausübung als Angestellter eines Wirtschaftsprüfers oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft muss eine Arbeitgeberbescheinigung vorgelegt werden.

Fristen

Spätestens fünf Jahre nach Bestehen der Wirtschaftsprüferprüfung muss ein Antrag auf Bestellung als Wirtschaftsprüfer gestellt werden; andernfalls kann das Ablegen einer Teilprüfung angeordnet werden. Bearbeitungsfristen für die WPK bestehen nicht.

Erforderliche Unterlagen

  • Nachweis der Berufshaftpflichtvers. bzw. Arbeitgeberbescheinigung (s.o.)

Formulare

  • Formular, bayernweit: Erfassungsbogen für Wirtschaftsprüfer zum Ureintrag in das Berufsregister [Dateiformat: pdf]

    Dieses Formular muss unterschrieben (handschriftlich oder mit qualifizierter elektronischen Signatur) an die zuständige Stelle gesendet werden (z. B. per Post, Fax oder verschlüsselter E-Mail). Wenn Sie das Formular ohne Ihre qualifizierte elektronische Signatur elektronisch einreichen, müssen Sie es zusätzlich ausdrucken und handschriftlich unterschrieben der zuständigen Stelle per Post oder Fax zusenden.

  • Formular, bayernweit: Antrag auf Bestellung als Wirtschaftsprüfer [Dateiformat: pdf]

    Dieses Formular muss unterschrieben (handschriftlich oder mit qualifizierter elektronischen Signatur) an die zuständige Stelle gesendet werden (z. B. per Post, Fax oder verschlüsselter E-Mail). Wenn Sie das Formular ohne Ihre qualifizierte elektronische Signatur elektronisch einreichen, müssen Sie es zusätzlich ausdrucken und handschriftlich unterschrieben der zuständigen Stelle per Post oder Fax zusenden.

Kosten

230 Euro

Rechtsgrundlagen

Weiterführende Links

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Stand: 29.08.2016

Redaktionell verantwortlich: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

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