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Gleitzone (sog. Niedriglohn-Jobs) - BayernPortal

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Gleitzone (sog. Niedriglohn-Jobs)

Description

Um vergleichsweise niedrig entlohnte Beschäftigungen attraktiver zu machen und zu vermeiden, dass auch bei nur knappem Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze (Geringfügige Beschäftigung) von monatlich 450 € sofort übergangslos die volle Beitragspflicht zur Sozialversicherung einsetzt, gilt bei einem Verdienst aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung zwischen 450,01 € und 850 € monatlich eine sogenannte Gleitzone. Liegt der Verdienst aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in diesem Bereich, so liegt zwar Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, der sozialen Pflegeversicherung, der gesetzlichen Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung vor, für die Höhe der Beiträge gelten jedoch Sonderregelungen.

Abweichend von dem Grundsatz, dass die Beiträge zur Sozialversicherung in der Regel vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer je zur Hälfte aufgebracht werden, trägt bei einer Beschäftigung innerhalb der Gleitzone zwar der Arbeitgeber die Hälfte des nach dem vollen tatsächlichen Arbeitsverdienst bemessenen Gesamtsozialversicherungsbeitrages, für den Arbeitnehmer wird das beitragspflichtige Arbeitsentgelt jedoch nach einer besonderen Formel reduziert. Der Arbeitgeber trägt also seinen regulären Beitragsanteil, d. h. knapp die Hälfte des Gesamtsozialversicherungsbeitrags von derzeit knapp 40 %, während der Anteil des Arbeitnehmers am Gesamtsozialversicherungsbeitrag linear mit der Höhe des Verdienstes von knapp 11 % bei 450,01 € auf den vollen Arbeitnehmerbeitrag von derzeit ca. 20 % bei 850 € ansteigt.

Übt der Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungen aus, so werden die Verdienste daraus zusammengerechnet. Nur wenn die Summe der einzelnen Verdienste innerhalb der Gleitzone liegt, ist der reduzierte Arbeitnehmeranteil maßgebend.

Die mit der Erhöhung der Grenze für eine Geringfügige Beschäftigung (Mini-Job auf 450 € geschaffenen Übergangsregelungen sind zum 31.12.2014 ausgelaufen.

Die besonderen Regelungen zur Gleitzone gelten jedoch ausdrücklich nicht für Auszubildende und Praktikanten, für behinderte Menschen, die in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt sind, sowie für Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und Angehörige ähnlicher Gemeinschaften. Auch bei einer Beschäftigung im Rahmen von Altersteilzeit (Altersteilzeit, Hilfen bei) oder bei sonstigen Vereinbarungen über flexible Arbeitszeiten, in denen lediglich das reduzierte Arbeitsentgelt in die Gleitzone fällt, finden die Sonderregelungen keine Anwendung. Darüber hinaus sind versicherungspflichtige Arbeitnehmer von diesen Regelungen ausgenommen, deren monatliches Arbeitsentgelt regelmäßig mehr als 850 € im Monat beträgt und nur vorübergehend wegen Kurzarbeit oder im Baugewerbe wegen schlechten Wetters so weit gemindert ist, dass das tatsächliche Arbeitsentgelt die obere Gleitzonengrenze von 850 € unterschreitet.

Werden für einen Arbeitsverdienst in der Gleitzone nur entsprechend reduzierte Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt, so kann allerdings folgerichtig für die Berechnung der späteren Rente (Rentenberechnung) auch nur das reduzierte Arbeitsentgelt, das dem niedrigeren Arbeitnehmeranteil entspricht, berücksichtigt werden. Die Rente fällt dadurch etwas niedriger aus. Der Arbeitnehmer hat deshalb die Möglichkeit, bei einem Verdienst innerhalb der Gleitzone durch eine Erklärung gegenüber seinem Arbeitgeber auf den verminderten Arbeitnehmeranteil zu verzichten und den vollen Beitrag zu entrichten. Dann zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils ihren vollen Beitragsanteil zur Rentenversicherung (derzeit je 9,35 %) und bei der späteren Rentenberechnung wird der volle Bruttoverdienst berücksichtigt.

Für Bezieher einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit (siehe unter Erwerbsminderungsrente, Berufsunfähigkeitsrente, Erwerbsunfähigkeitsrente) bzw. einer Altersrente vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze (bis 2011 65 Jahre, ab 2012 schrittweise Anhebung auf 67 Jahre), die neben dem Rentenbezug eine Beschäftigung innerhalb der Gleitzone ausüben, ist zu beachten, dass bei der Prüfung der jeweiligen Hinzuverdienstgrenzen nicht das nach den Regelungen der Gleitzone geminderte Arbeitsentgelt, sondern das volle tatsächliche Entgelt als Hinzuverdienst berücksichtigt wird.

§ 20 Sozialgesetzbuch IV; §§ 344, 346 Sozialgesetzbuch III; §§ 226, 249 Sozialgesetzbuch V; §§ 163, 168 Sozialgesetzbuch VI

Gesetzliche Krankenkassen, Rentenversicherungsträger

Legal bases

Remedy

Widerspruch, sozialgerichtliche Klage

Status: 21.12.2015

Responsible for editing: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Responsible for you